
Gartentechnik-Firma eröffnet Neubau in Obercunnersdorf
ein Beitrag von Romy Altmann-Kühr
Tilo Nockes Betrieb gibt es seit 35 Jahren in dem Ort. Das Geschäft mit den Geräten läuft gut, vor allem mit Kettensägen.

Hinter der großen Glastüre tut sich ein wahrer Män- nertraurn auf. Alles, was man in Haus, Garten und Grundstück braucht, findet sich auf der Ver- kaufsfläche: Rasenmäher, Häcksler, Kettensägen, Heckenscheren und viele andere Geräte, sogar Staub- sauger. Mit urigem Holzfußboden und in stylischem Dunkelgrau prä- sentiert sich die Inneneinrichtung im nagelneuen Firmengebäude von Tilo Nocke in Obercunnersdorf.
Die neue Halle mit den Verkaufs- , räumen an der Hinteren Dorfstraße hat er vor wenigen Tagen eröffnet. Seitdem steht die Eingangstür kaum mehr still. Viele sind neugierig - und alle staunen. ,,Wir haben bisher nur positive Resonanz bekommen", erzählt Tilo Nocke. ,,Viele erwarten so einen Laden hier in Obercunnersdorf gar nicht. " Die Eröffnung sei ein richtiges kleines Dorffest gewesen, erzählt seine Frau Isabell lachend.

Foto: Rafael Sampedro (Zeitungsscan)

Der Beginn - 1990
Vater startete als Ein-Mann-Betrieb. Für den 42-jährigen Inhaber ist mit dem Neubau ebenfalls ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Denn im alten Betrieb auf der gegenüberliegenden Straßenseite, gleich neben dem Wohnhaus der Familie, war der Platz sehr knapp. Direkt nach der Wende, 1990, gründete Tilo Nockes Vater Klaus hier das Unternehmen als Ein-Mann-Betrieb und startete mit dem Verkauf von Rasenmähern in einem Anbau seines Hauses. Da war Sohn Tilo noch im Grundschulalter, wuchs quasi mit Geschäft und Werkstatt auf. Dass er den Betrieb einmal übernimmt, war schon immer sein Wunsch - und der des Vaters. Erst einmal schlug der Sohn aber eine andere berufliche Laufbahn ein, lernte in einer Löbauer Firma Kfz-Mechaniker und arbeitete dort auch einige Jahre, Ins Geschäft in Obercunnersdorf stieg er 2012 dann mit ein, als der Vater aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste. 2013 übernahm der Junior den Betrieb ganz. Aus dem Ein-Mann-Betrieb ist eine Firma mit fünf Mitarbeitern geworden. Neben Tilo Nocke und dessen Ehefrau Isabell sind noch Nockes älterer Bruder und zwei weitere Mitarbeiter beschäftigt. Die drei Mitarbeiter arbeiten hauptsächlich in der Werkstatt, reparieren und warten Geräte. Auch das gehört zum Service von Nockes Firma. Ein Familienbetiieb seien sie aber immer geblieben, betont Nocke. ,,Ich bin stolz auf die Jungs. Oh- ne sie wäre das gar nicht zu schaffen.".
Denn das Geschäft mit der Gartentechnik läuft gut, die Nachfrage ist ungebrochen. Alles, was einen Akku hat, sei gefragt. ,,Eine Motorsäge mit Kabel dran schafft sich niemand mehr an." Überhaupt sind Kettensägen eines der gefragtesten Produkte in Sachen Gartentechnik. Das hat auch mit der Energiekrise zu tun, vermutet Tilo Nocke. Bei den steigenden Heizpreisen setzen die Leute verstärkt auf Holzfeuerung und sägen sich ihr Feuerholz selber. Einer seiner Mitarbeiter hat ausschließlich mit der Wartung von Kettensägen zu tun.. Ein Verkaufsschlager sind auch Accessoires - vor allem von der bekannten Gartengerätefirma im weiß-orangenem Design. Alles Er- denkliche an Lifestyle-Produkten gibt es mittlerweile -vom Notizbuch über Strickmützen oder Biergläser bis hin zur Brotbüchse. ,,Manche Männer sind da richtige Sammler", weiß der Firmenchef. Und das alles kann er nun auch in einer Vitrine ausstellen. Gemeinde unterstützte Bauvorhaben Denn Tilo Nocke hat die Ausstellungsfläche mit dem Neubau beinahe vervierfacht, Der Weg dahin war recht langwierig und nicht ganz einfach. Auf der Fläche war zuvor eine Wiese mit Obstbäumen. Die Gemeinde musste einen Bebauungsplan aufstellen, um Baurecht für die Firma herzustellen, Das zog sich über mehrere Jahre. ,,Aber die Gemeinde hat uns immer unterstützt", betont der Bauherr. Für jeden Baum, der für die neue Firmenhalle weichen musste, pflanzte er drei neue. Bereits 2023 stand die Außenhülle des Baus. 2024 folgte der Innenausbau - und nun endlich die Eröffnung. Eine mittlere sechsstellige Summe hat der Obercunnersdorfer in das Gebäude investiert - auch mit- hilfe einer SAB-Förderung. Dieses Jahr gönnt sich der Firmeninhaber erst einmal eine Verschnaufpause in Sachen Bau. Er hat aber schon neue Pläne: Hinter dem Firmengebäude soll noch eine zweite Halle entstehen für Werkstatt und Sanitärräume. Für die nächsten drei Jahre hat ' Tilo Nocke sich das vorgenommen,
Quelle: Sächsische Zeitung, 18.03.2025

Der Laden im Jahre 2008.
